Die sechs häufigsten Fragen zur veganen Ernährung

Lesezeit: ca. 10 Minuten

Werde Teil der Community und trage dich am Ende des Artikels kostenlos in den Newsletter ein.

  1. Kann man ohne Milch den Calciumbedarf decken?

 Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beträgt der tägliche Calciumbedarf bei Erwachsenen 1000 mg. Dieser Bedarf wäre bei omnivoren Menschen gedeckt, wenn diese etwa 150 Gramm Gouda oder 800 Milliliter Milch konsumieren würden.

Es gibt aber auch besonders gute pflanzliche Calciumquellen, wie Tofu (350 mg je 100 Gramm), Sesamsamen (975 mg je 100 Gramm), Johannisbrotmehl (348 mg je 100 Gramm), Mandelbutter (347 mg je 100 Gramm), Grünkohl (205 mg je 100 Gramm). Zum Beispiel würde dein Calciumbedarf für einen Tag gedeckt sein, wenn du 700 Gramm Grünkohl essen würdest. Außerdem sind viele Pflanzendrinks mit Calcium angereichert.

Menschen, die auf Milch verzichten, leben auch deutlich gesünder. Durch die viele Werbung, die es zur Kuhmilch gibt, denken immer noch viele Menschen, dass Milch gesund sei.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Länder mit den höchsten Osteoporose-Erkrankten, sind auch die Länder, die am meisten Milch konsumieren. Das Calcium, das über die Milch zugeführt wird, kann wegen der Übersäuerung, den Effekt der Calciummobilisierung aus den Knochen nicht ausgleichen. Diese Übersäuerung entsteht durch die eiweißreichen und tierischen Fetten in der Kuhmilch. Kuhmilch ist zwar ein guter Calciumlieferant, aber gleichzeitig raubt Kuhmilch dem Körper das Calcium, besonders bei übermäßigem Verzehr.

Deshalb sind pflanzliche Calciumlieferanten deutlich effizienter und gesünder.

  1. Was bedeutet die Aussage: „Kann Spuren von… (Milch, Eier etc.) enthalten?

Dies ist einen sehr häufig gestellte Frage. Besonders Menschen, die gerade erst angefangen haben, sich vegan zu ernähren, sind irritiert, wenn auf einer Verpackung steht: „Kann Spuren von Milch oder Eiern enthalten. Sind diese Produkte dann nicht mehr vegan?

Die Hersteller dieser Produkte richten sich mit dieser Aussage an Menschen, die an Allergien leiden. Wenn das Produkt Spuren enthalten kann, bedeutet dies, dass genau diese Zutat nicht im Produkt selber enthalten ist, aber andere Produkte im Produktionslager oder in den gleichen Maschinen mit diesen Zutaten hergestellt werden. Es könnte also sein, dass Reste davon ins Produkt gelangen. Für Allergiker ist das ein Hinweis dafür, dass diese das Produkt eher meiden sollten. Die meisten Veganer halten diese Produkte deshalb jedoch für vegan, da gerade diese Zutaten nicht in dieses Produkt gehören.

  1. Ist Milchsäure vegan?

Eine Frage, die auch sehr häufig gestellt wird, lautet, ob Milchsäure vegan ist. Der Name ist sehr irreführend. Denn Milchsäure besteht tatsächlich nicht aus Milch. Die Milchsäure zählt zu den Hydroxycarbonsäure zu denen auch Zitronensäure und Apfelsäure gehören.

Da sie 1780 zum ersten Mal in saurer Milch nachgewiesen wurde, hat diese Säure den Namen Milchsäure enthalten. Wenn Lebensmittel, die Zucker und Stärke enthalten, gären, kommt es zu einer Fermentierung und es entsteht Säure. Milchsäure wird fast ausschließlich aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt. Die vegane Herstellung auf Zuckerbasis ist nämlich viel günstiger. Außerdem sind Produkte, die nicht wärmebehandelt sind und Milchsäure enthalten sehr gesund. Sie bauen die Darmflora auf und fermentierter Sauerkraut enthält sogar Vitamin B12.

  1. Ist das Vitamin B12 ein Argument gegen vegane Ernährung?

Nein, Vitamin B12 ist kein ausreichend gutes Argument gegen eine vegane Ernährung.

Da Vitamin B12 von Bakterien gebildet wird, findet es sich zwar nicht in vielen pflanzlichen Lebensmitteln. Doch es gibt viele angereicherte Lebensmittel, die Vitamin B12 enthalten. Außerdem enthalten Nori-Algen viel Vitamin B12. Letztendlich nehmen Fleischesser sogar viel mehr Ersatzprodukte zu sich, da die Nutztiere in der Massentierhaltung, auch Bio-Nutztiere, Nahrungsergänzungsmittel im Futter erhalten.

Da die Tiere in der Massentierhaltung keinen Kontakt mehr zur Natur haben, können diese selber kein Vitamin B12 mehr aufnehmen. Deshalb ist die Sorge bei Veganern wegen des Vitamin B12 unberechtigt.

Info: Nori-Algen kennt man aus der japanischen Küche und werden hauptsächlich für Sushi verwendet. Laut Studien [1] reicht es aus, wenn man täglich vier Gramm Nori-Algen verzehren würden, um den Vitamin B12 Bedarf zu decken. Außerdem enthalten getrocknete Nori-Algen viel Eisen und ungesättigte Fettsäuren. Neben den Algen enthalten außerdem Shiitake Pilze in geringen Mengen Vitamin B12 und ebenfalls Eisen und auch Vitamin D2.

Im Gegensatz zu Nori-Algen enthalten Eier und Milchprodukte sogar geringere Anteile an Vitamin B12. 

  1. Macht vegane Ernährung glücklich?

Durchschnittlich sind Veganer tatsächlich glücklicher als Fleischesser. Der Konsum von Fleisch kann zu Stimmungsschwankungen führen. Die Ursache könnten die verschiedenen Hormone im Fleisch sein, während die Stoffe und Vitamine in pflanzlichen Produkten meistens die Stimmung anhebt. Außerdem haben Veganer beim Essen kein schlechtes Gewissen mehr, da sie Tiere, Umwelt und Menschen schützen. Besonders der Altruismus kann zu einem gesteigerten Wohlbefinden beitragen.

Info: Was steckt hinter dem Glücksgefühl, welches der Altruismus hervorruft? „Großzügiges Verhalten macht in der Tat keinen Sinn, wenn man rein ökonomisch denkt. Aber ein solches Verhalten ist sehr wichtig für unser Überleben und wesentlich für das Funktionieren unserer Gesellschaft.“ (Soyoung Park; Psychologin und Hirnforscherin; Professorin an der Charité und Abteilungsleiterin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung)

Wissenschaftler der Universität Zürich und Erfurt haben herausgefunden, dass, je altruistischer sich Mitglieder einer Gruppe verhielten, desto höher ihre Überlebenschancen waren. Auch der Einzelne profitiert vom Altruismus: „Wenn wir uns großzügige verhalten, macht uns das glücklich.“ (Soyoung Park). Dies macht sich auch im Gehirn bemerkbar. Großzügiges Verhalten ist sehr eng mit dem Belohnungzentrum verbunden: „Spannenderweise macht Geben sogar glücklicher als die Selbstbelohnung.“ (Soyoung Park)

  1. Wie viele Tiere rettet man als Veganer?

Jedes Jahr werden in Deutschland 356 Millionen Kilogramm Fleisch weggeworfen. Das sind etwa 45 Millionen Hühner, vier Millionen Schweine und 200.000 Rinder.

In Deutschland verbraucht jeder Deutsche über 60 Kilogramm reines Fleisch. Das heißt, dass sich der Fleischkonsum seit 1850 pro Kopf vervierfacht und seit 1950 verdoppelt hat. Jeder Veganer rettet innerhalb von zehn Jahren etwa ein Rind, vier Schweine und 117 Hühner.

Quellen- und Literaturverzeichnis:

  1. Pro Vegan Stiftung; https://www.provegan.info/de/studien/alle-studien/studie-kalzium-aufnahme-bei-sojamilch-und-kuhmilch-identisch-1/; 31. März 2020
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.; https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/calcium/; 31. März 2020
  3. Veg Pool; https://www.vegpool.de/magazin/milchsaeure-vegan.html; 31. März 2020
  4. [1]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4042564/
  5. https://blitzrechner.de

Du möchtest noch mehr zur pflanzlichen Ernährungsform lernen? Mein Buchtipp: Projekt: Vegane Ernährung