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Wer sich mit Naturheilkunde und ganzheitlicher Gesundheit beschäftigt, stößt unweigerlich auf das Thema Entsäuerung. Produkte wie Pascoe Basentabs, Basica oder das Jentschura Basenbad sind Dauerbrenner in Apotheken und Drogerien. Doch während Anwender von neuer Energie und besserem Hautbild berichten, sprechen Kritiker oft von „Pseudowissenschaft“. 

Wirkt die Einnahme von Basenpulver wirklich? Oder ist das Konzept der „Übersäuerung“ ein reines Marketing-Konstrukt? Um das zu beantworten, müssen wir tief in unsere Zellen und das dazwischenliegende Gewebe schauen. 

  • Zell-Milieu entscheidend: Gesundheit findet in der Zelle statt. Ein belasteter Säure-Basen-Haushalt blockiert Stoffwechselprozesse im Bindegewebe (Pischinger-Raum) und in den Zellen. 
  • Puffer-Systeme: Der Körper hält den Blut-pH-Wert strikt konstant. Eine „Übersäuerung“ findet primär im Gewebe und in den Depots statt, nicht im Blut. 
  • Sinnvolle Ergänzung: Basenprodukte sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung, können aber als „Anschub“ zur Regulation bei Stress oder Fehlernährung dienen. 
  • Qualität zählt: Natürliche Citrat-Verbindungen sind meist besser verträglich und bioverfügbar als billige Carbonate. 

Es gibt zwei Ebenen der Betrachtung, die oft verwechselt werden: 

  • Die medizinische Azidose: Ein lebensbedrohlicher Notfall (z.B. bei Nierenversagen), bei dem der Blut-pH-Wert entgleist. Hier helfen keine Basentabs, sondern nur die Intensivstation. 
  • Die latente Azidose (Gewebeübersäuerung): Nach dem Forscher Dr. Worlitschek und dem Prinzip der orthomolekularen Medizin handelt es sich hierbei um eine schleichende Überlastung der Puffersysteme. 

Das „Biotop“ Mensch: Der Pischinger-Raum 

Alle Nährstoffe, die von den Blutgefäßen zur Zelle sollen, müssen durch das Bindegewebe (die extrazelluläre Matrix). Ist dieses Gewebe durch zu viele Säuren (aus Fleisch, Zucker, Stress) „verschlackt“ oder im pH-Wert verschoben, sinkt die Nährstoffdichte in der Zelle. Untersuchungen zeigen, das Zwischenzellgewebe zieht sich bei Übersäuerung eng zusammen und erschwert den Nährstofftransport. Die Folge: Müdigkeit, Leistungsknick, größere Schmerzempfindlichkeit und chronische Entzündungen. 

Basenpräparate enthalten meist Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Kalium. Doch Vorsicht: Nicht jede Base wirkt gleich. 

Carbonate vs. Citrate 

Viele günstige Produkte setzen auf Carbonate. Diese neutralisieren die Magensäure (was zu Blähungen führen kann), kommen aber oft gar nicht in den Zellen an. Hochwertige Präparate (z.B. Pascoe Basentabs) nutzen oft einen Mix, wobei Citrate bevorzugt werden sollten. Sie werden erst im Stoffwechsel basisch und helfen direkt bei der Energieproduktion in den Mitochondrien. 

Kriterium Basen-Tabs / Pulver Basen-Konzentrate (flüssig) 
Primärziel Neutralisation von Säurespitzen Ganzheitliche Stoffwechsel-Optimierung 
Inhaltsstoffe Isolierte Mineralstoffe Vitamine + Mineralien + Pflanzenstoffe 
Wirkort Vorwiegend Magen/Darm/Urin Intrazellulär (in der Zelle) 

Kritikpunkt: „Das bringt doch alles nichts!“ 

Kritiker argumentieren, dass Säuren einfach über die Niere ausgeschieden werden. Das stimmt – solange die Kapazität reicht. Ich betone jedoch immer wieder: Wir leben mit Steinzeit-Genen im Industriezeitalter. 
Unsere Vorfahren aßen massiv mehr basisches, reifes Obst und Gemüse. Heute ist unser System durch „leere Kalorien“ oft am Limit. Basenprodukte können hier: 

  • Den pH-Wert im Urin messbar verändern (Entlastung der Niere). 
  • Mineralstoffreserven (Depots in Knochen und Haaren) schützen. 
  • Den Stoffwechsel in der Zelle wieder „gängig“ machen. 

Sonderfall: Basenbad & Jentschura „Meine Base“ 

Hier wird das Prinzip der Osmose genutzt. Durch ein basisches Bad (pH 8,5) entsteht ein Konzentrationsgefälle. 

  • Die Theorie: Säuren sollen über die Schweißdrüsen der Haut ausgeleitet werden. 
  • Die Erfahrung: Viele Anwender berichten von einer enormen Regeneration nach dem Sport und einem weicheren Hautgefühl. Wissenschaftlich ist eine „systemische Entgiftung“ allein durch Baden schwer zu belegen, als unterstützende Maßnahme (besonders bei Hautproblemen oder Muskelkater) ist es jedoch eine bewährte naturheilkundliche Praxis. 
  • Hinweis: Diese Methode ist allerdings sehr langsam, so dass ein effektives Basenbad mindestens 30 Minuten, besser eine Stunde dauern sollte. 

Struktur-Vergleich: Warum Komplexe oft gewinnen 

Ähnlich wie bei Mikronährstoffen zeigt sich auch hier: Der Körper arbeitet nicht mit isolierten Stoffen. Eine Übersäuerung geht oft mit einem Vitalstoffmangel einher. 
Basenprodukte liefern die „Feuerwehr“ zum Löschen der Säure.  

Mein Tipp: Nutzen Sie Basenprodukte kurmäßig für 4–8 Wochen (z.B. im Frühjahr oder bei hoher Stressbelastung), setzen Sie aber langfristig auf eine 80/20-Ernährung (80% basenbildend wie Gemüse/Obst, 20% säurebildend). 

Nehmen Sie Basenprodukte nie direkt vor oder nach dem Essen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Magensäure, die wir zur optimalen Verdauung brauchen, zu stark neutralisiert wird. Lassen Sie mindestens 2 Stunden Anstand zu einer Mahlzeit. 

Fazit: Lohnt sich der Kauf? 

Basenprodukte sind kein „Freifahrtschein“ für eine schlechte Ernährung. Aber: In einer Welt voller Stress, Umweltgifte und industrieller Nahrung sind sie ein sinnvolles Werkzeug zur Regulationsmedizin. Am besten beraten Sie sich vor der Einnahme mit einem naturheilkundlichen Fachmann. 

Wenn Sie sich ständig müde fühlen oder Ihr Körper auf Diäten nicht mehr reagiert, kann eine Entsäuerung das „festgefahrene“ System wieder lösen. Achten Sie auf Citrat-Verbindungen und kombinieren Sie die Einnahme idealerweise mit viel stillem Wasser und Bewegung an der frischen Luft. 

  • Vormann, J. (2001):Die Bedeutung des Säure-Basen-Haushalts für den menschlichen Organismus. (Grundlagenstudie zur latenten Azidose). 
  • Worlitschek, R.:Der Säure-Basen-Haushalt. (Standardwerk zur klinischen Anwendung der Basentherapie). 
  • Ströhle, A. et al. (2012):The dietary net acid load in clinical nutrition. (Untersuchung zur Säurelast moderner Ernährung). 
  • Muss, C. et al. (2015):Bioavailability of liquid micronutrient compositions. (Belegt die bessere Aufnahme flüssiger Komplexe). 
  • Girodon, F. et al. (1997):Effect of micronutrient supplementation on infection. (Belegt die Stärkung des Immunsystems durch Spurenelemente, die auch im Säure-Basen-Haushalt wirken).