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Die meisten Menschen bemerken Ihre Gicht erst in dem Moment, wo ein Gelenk „aus heiterem Himmel“ mit heftigen Schmerzen reagiert. Diesem Anfall sind aber in der Regel schon viele Jahre mit hohen Harnsäurewerten vorangegangen. Wie gefährlich diese erhöhten, nicht bemerkten Harnsäurewerte sind, hat die Forschung erst in den letzten Jahren herausgefunden. Deshalb ist es erstens wichtig, dass Sie ihren Harnsäurespiegel kennen und zweitens sollten Sie dann wissen, was Sie gegen zu hohe Werte selbst tun können, damit es im Endeffekt gar nicht zu einem Gichtanfall kommt. Ich zeige Ihnen hier, was Sie selbst in wenigen, einfachen und erprobten Schritten tun können und welch große Auswirkungen das auf Ihre gesamte Gesundheit haben wird.

Purine sind für den Aufbau neuer Zellen und der Erbsubstanz erforderlich. Beim Abbau alter Zellen oder bei der Verdauung und den Abbau der Nahrung entsteht als Endprodukt des Abbaus der Purine Harnsäure, die dann über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden muss. Besonders purinreiche Nahrungsmittel sind Fleisch- und Wurstprodukte, Meerestiere, Innereien und Hefe. Bei den pflanzlichen Nahrungsquellen sind Purine vor allem in Hülsenfrüchten (Bohnen, Linsen, Soja), Spargel und Kohl enthalten, jedoch ist deren Auswirkung auf den Körper – vermutlich aufgrund des hohen natürlichen Mikronährstoffgehalts – weniger negativ als bei tierischen Produkten.1

Wenn zu viele Purine gegessen werden oder zu wenig Harnsäure ausgeschieden werden kann, erhöht sich die Harnsäurekonzentration im Blut. Ab einem bestimmten Harnsäurespiegel kann nicht mehr die gesamte Harnsäure im Blut gelöst werden, sie wird als Harnsäure-Kristalle vor allem in Gelenken und Sehnen abgelagert. Auch in der Haut oder im Ohrknorpel können diese sehr spitzen Kristalle auftauchen.

Vor allem in Gelenken rufen diese Kristalle plötzliche, anfallsartige sehr schmerzhafte Entzündungen hervor. Die typische Erstmanifestation der Gicht ist die große Zehe.

„Dank“ der heutigen Ernährung in der westlichen Welt gibt es sehr viele Menschen mit erhöhten Harnsäurewerten im Blut. Viele haben diese hohen Werte viele Jahre, ohne dass es sich durch einen Gichtanfall bemerkbar macht. Seit einigen Jahren wissen wir, dass diese „stumme“ Hyperuricämie (zu hohe Harnsäurewerte) schon sehr gefährlich für unsere langfriste Gesundheit ist.

Offensichtlich ist, dass wenn Gelenke immer wieder entzündet sind, dass diese dabei zunehmend geschädigt werden. Weniger offensichtlich, aber auch schon lange bekannt ist, dass sich auch zunehmend Harnsäurekristalle in den Nieren ablagern, was deren Funktion zunehmend einschränkt. Am Ende dieser Entwicklung kann die Gichtniere stehen mit Nierenschwäche bis hin zur Notwendigkeit der Dialyse.

Wohl noch gefährlicher sind die erst vor wenigen Jahren entdeckten Folgen der erhöhten Harnsäurewerte. Harnsäure fördert die sogenannte stille Entzündung („silent inflammation“) in unserem Körper. Diese stille Entzündung wurde mittlerweile als Hauptverursacher von praktisch allen chronischen Krankheiten nachgewiesen – von Zuckerkrankheit über Arterienverkalkung bis hin zu Demenz und Parkinson.

Zahlreiche Forscher haben aufgrund dieser beunruhigenden Erkenntnisse inzwischen vorgeschlagen, die Harnsäure dem sogenannten „tödlichen Quartett“ hinzuzufügen und daraus ein Quintett zu machen.

Das tödliche Quartett
Das tödliche Quartett

Diese Erkenntnisse zeigen hoffentlich eindrücklich, wie wichtig es ist, möglichst frühzeitig gegen zu hohe Harnsäurewerte vorzugehen. Um sinnvolle Maßnahmen zu erkennen, müssen wir uns im nächsten Kapitel erst einmal die bis heute erkannten Ursachen für zu viel Harnsäure im Blut ansehen.

Es gibt viele Gründe, warum die Harnsäure ansteigt. Fast immer ist es so, dass mehrere dieser Gründe zusammenkommen müssen, damit eine Gicht entsteht. Fast immer ist es auch eine Kombination aus einer zu hohen Aufnahme von Nahrungspurinen und einer zu geringen Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren.

Hier einige dieser Gründe, auf die wichtigsten gehe ich später bei den Maßnahmen noch einmal ein:

Ernährung:

Unsere heutige Ernährung enthält in der Regel zu viele Kohlenhydrate, zu viele gesättigte Fette und zu viele tierische, sehr purinreiche Lebensmittel. Zu letzteren zählen Innereien, Fleisch, Wurst und bestimmte Fischarten wie Anchovis, Sardinen (Ölsardinen) oder Sprotten. Sie alle erhöhen den Harnsäurespiegel stark. Dagegen wirken sich Kohlenhydrate und gesättigte Fette hemmend auf die Harnsäureausscheidung über die Nieren aus.

Besonders schlecht ist hoher Gehalt an Fructose-Glucose Sirup, wie er in viele Fertigprodukten, vor allem Süßigkeiten enthalten ist.

Alkoholkonsum:

In einer Langzeitstudie wurde beobachtet, dass der regelmäßige Alkoholkonsum das Gichtrisiko stark erhöht. Der Bierkonsum birgt im Vergleich zu anderen Spirituosen das höchste Risiko, an Gicht zu erkranken.2

Alkohol begünstigt, ähnlich wie ein Übermaß an Fructose-Glucose-Sirup oder Nahrungsfette einen Gichtanfall, da auch Alkohol die Harnsäureausscheidung über die Nieren beeinträchtigt.

Dazu kommt beim Bier, unabhängig vom Alkoholgehalt, ein Puringehalt pro 100 ml von 10 – 15 mg. Das ist so gesehen nicht allzu viel, doch wird Bier meist nicht in 100 ml-Dosen zu sich genommen und Bier begleitet ja häufig auch eine üppige Mahlzeit.

Radikales Abnehmen, Fastenkuren:

Der rasche Gewichtsabbau und der dazugehörige Verlust von Muskelmasse führt zum freiwerden von Purinen und der Harnsäurespiegel steigt deutlich an. Es können in kurzer Zeit große Mengen an Harnsäure entstehen, die die Niere nicht so schnell ausscheiden kann.

Übersäuerung:

Falsche Ernährung, Übergewicht, Stress und zu wenig Bewegung tragen auch zur Übersäuerung des Gewebes bei. Das Ausscheiden von Stoffwechselprodukten wird dadurch erschwert, zudem stehen diese Säuren in direkter Konkurrenz zur Harnsäure bei der Ausscheidung.

Mikronährstoffmangel/ oxidativer Stress:

Mikronährstoffe sind an allen Stoffwechselprozessen entscheidend beteiligt. Auch die Ausscheidung der Harnsäure benötigt Mikronährstoffe um optimal zu funktionieren. Zudem sind Mikronährstoffe enorm wichtig, um Folgeschäden von zu hohen Harnsäurewerten wie die stille Entzündung zu bekämpfen.

Medikamente:

Einige Medikamente wie Wassertabletten oder Abführmittel verringern den Wassergehalt des Blutes und damit seine Möglichkeit, Harnsäure zu lösen. Ein Gichtanfall wird dadurch wahrscheinlicher. Andere Medikamente fördern den Zellzerfall (z.B. Zytostatika) und erhöhen die Harnsäureproduktion.

Schritt 1: Ernährung

Es ist offensichtlich, dass die Gicht überwiegend mit dem was wir täglich essen zusammenhängt. Das ist ja oben bei den Ursachen schon angeklungen. In unsere heutige Ernährung hat sich zum einen ein Ungleichgewicht bei den Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette) eingeschlichen und zum anderen auch ein Ungleichgewicht zwischen Makronährstoffen (also Kalorien) und Mikronährstoffen.

Ein drittes Ungleichgewicht hat sich entwickelt Im Verhältnis von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln. Alle drei Probleme können wir relativ leicht korrigieren mit nur wenigen, nicht allzu schwierigen Umstellungen.

Selbstverständlich ist es zunächst sinnvoll darauf zu achten, nicht zu viele Purine zu sich zu nehmen. Zusätzlich sind Nahrungsmittel und Getränke zu vermeiden, denen Fructose als Süßungsmittel zugesetzt ist, da sie die Ausscheidung der Harnsäure hemmen.

Grundsätzlich scheint, laut einer umfassenden Studie, eine überwiegend pflanzliche Ernährung das Gicht-Risiko erheblich zu reduzieren sowie gichtbedingte Entzündungen zu hemmen und die Harnsäureproduktion zu senken.1

Hier folgt nun eine Übersicht über empfehlenswerte und weniger empfehlenswerte Nahrungsmittel. Die Übersicht ist natürlich nicht vollständig, kann aber als gute Orientierung dienen.

Folgende Lebensmittel und Getränke sind bei einer Gichterkrankung empfehlenswert:

  • Gemüse aller Art und Speisepilze, z. B. Kartoffeln, Rüben, Rettich, Rote Bete, Kohlgemüse, Blattgemüse, Salate, Paprika, Tomaten, Gurken, Champignons, Steinpilze

  • Nüsse und Samen, z. B. Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln, Kürbiskerne, Leinsamen, Sesam

  • Obst, z. B. Beeren, Melonen, Pfirsiche, Kirschen, v. a. Sauerkirschen, Pflaumen, Birnen, Grapefruit, Ananas

  • hochwertige pflanzliche Öle, z. B. kaltgepresstes natives Olivenöl extra vergine, Leinöl, Sesamöl, Mandelöl, Kokosöl

  • Getreideprodukte in Maßen, z. B. Reis, Hirse, Nudeln, Roggenvollkornbrot

  • Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen, Soja in Maßen

  • Sonstiges wie Eiweiß und pflanzliche Milch-Alternativen (Hafer- oder Mandelmilch)

  • Getränke: Wasser, Tee, Gemüsesaft

Folgende Lebensmittel und Getränke sollten Sie möglichst meiden:

  • Fleisch und Wurst aller Art, z. B. Geflügel (besonders Haut und Fett), Schwein, Rind, Innereien (Leber, Nieren, Kalbsbries etc.), Kalb und Lamm in Maßen

  • tierische Fette wie Gänse- oder Schweineschmalz

  • Fisch, Fischkonserven und Meeresfrüchte

  • fruktosehaltige Produkte, z. B. Softdrinks (Limonaden, Eistee, Cola), Cocktails, Fruchteis, Fruchtjoghurt, Fruchtnektar, (Diät-)Konfitüre, Süßigkeiten

  • Koch- und Backzutaten wie Bäckerhefe, Fleischbrühe, Brüh- und Suppenwürfel

  • Alkoholika: Bier, Liköre, Schnaps etc., Alkoholmischgetränke

  • Sonstiges (in Maßen zu genießen): fruchtzuckerreiches Obst (Bananen, Weintrauben, Orangen), Trockenfrüchte, getrocknete Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen), Eigelb, Kohlenhydrate jeglicher Art, vor allem Weißmehlprodukte

Übersäuerung, chronische Entzündung, Mangel an Mikronährstoffen und Stoffwechselungleichgewichte hängen vor allem an zwei Faktoren: wir essen zu viele Kohlenhydrate und zu viele Lebensmittel tierischen Ursprungs im Verhältnis zu pflanzlichen Lebensmitteln.

Vor allem die getreidehaltigen Kohlenhydrate wie Brot, Gebäck, Nudeln und Reis in den Mengen, in denen Sie heute verzehrt werden fördern eben nicht nur Übergewicht und Zuckerkrankheit, sie sind auch die Hauptverursacher von Übersäuerung und chronischer Entzündungsneigung.

Deshalb ist erfahrungsgemäß der beste Einstieg in eine Ernährunsgumstellung, dass Sie die Kohlenhydrate langsam reduzieren. Ein guter Anfang wäre beispielsweise, 3-4-mal in der Woche abends gar keine Kohlenhydrate zu essen.

Das klingt vielleicht etwas ungewohnt, ist aber tatsächlich nur eine Frage der Gewohnheiten. Es gibt genügend Alternativen, wenn man es sich erst einmal richtig überlegt hat. Beginnen Sie einfach – wie bei einer langen Reise – mit dem ersten Schritt. Einige leckere Beispiele gefällig?

  • Frische Tomaten mit Mozzarella

  • Eine italienische Gemüsesuppe

  • Gemüsespieße vom Grill, dazu eine Tsatsiki-Soße (gerne mit viel Knoblauch und Kräutern)

  • Salat mit gebratenen Rinderfiletstreifen vom Bio-Rind

  • Omelette mit Gemüse (oder mal mit Lachs oder Schrimps)

  • Chili con Carne (gibt es auch als fleischlose Variante)

Möglichkeiten gibt es also genug. Die einzige Herausforderung ist jetzt noch, sich dabei das Brot abzugewöhnen. Das lohnt sich aus mehrfacher Hinsicht: Zum einen werden Sie sicher automatisch mehr Gemüse essen. Damit unterstützen nicht nur die Entsäuerung, sie helfen dem Körper auch, Entzündungen zu bekämpfen. Zusätzlich nehmen Sie dann auch schon mehr Mikronährstoffe zu sich, die im nächsten Schritt dann Thema sein werden.

Dazu noch einige Tipps in Kürze:

  • Flexitarismus: Insgesamt sollte Ihre Ernährung vorwiegend pflanzenbasiert ausgerichtet sein – Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind in Maßen zu genießen, dafür in hochwertiger, am besten Bio-Qualität.

  • Mittelmeer-Diät: Gute Orientierung bei einer anti-entzündlichen Ernährung bietet die mediterrane Ernährung – Menschen, die sich traditionell nach der Mittelmeerdiät ernähren, leiden seltener unter der chronischen Entzündung und deren Folgen, z. B. weniger an Rheuma und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch weniger an Gicht.

  • Regional und saisonal: Produkte aus der Region sind frischer und nährstoffreicher. Viele Superfoods haben einheimische „Verwandte“ wie z. B. Leinsamen (statt Chiasamen) oder Hagebutten (statt Goji-Beeren).

  • Gesunde Fette: Fett reduzieren ist passé, viel wichtiger, ist die richtigen Fette zu essen: verwenden Sie vor allem in der kalten Küche möglichst oft omega-3-reiche Öle wie Leinöl, Walnussöl oder Hanföl.

  • Kräuter und Gewürze: Verwenden Sie möglichst oft frische Kräuter und reichlich Gewürze bei der Zubereitung von Speisen. Ihr hoher Gehalt an Spurenelementen wirkt entzündungshemmend und sie helfen auch bei der Ausscheidung überschüssiger Säuren.

  • Nahrungspausen: Ob Sie mehrmals in der Woche Intervallfasten oder ein oder zweimal im Jahr Buchinger-Fasten machen, beides ist sehr sinnvoll. Entscheiden Sie selbst, was am besten zu Ihnen passt.

Schritt 2: Mikronährstoffe

Antientzündliche und antioxidative Wirkstoffe führen uns direkt in die wunderbare Welt der Mikronährstoffe. Sie spielen eine entscheidende Rolle in allen Stoffwechselprozessen und sind unentbehrlich bei der Bekämpfung von Entzündungen. Deshalb ist es sinnvoll, die Ernährungsumstellung aus Schritt 1 mit einer komplexen, natürlichen Mikronährstoffmischung zu ergänzen.

Warum komplex?

Eine komplexe Nährstoffmischung enthält, ähnlich wie ein großer gemischter Salat, alle Mikronährstoffe in natürlicher Dosierung. Dies entspricht den Prinzipien einer ausgewogenen Ernährung. Studien zeigen, dass Mikronährstoffe ihre Wirkung gegenseitig verstärken (Synergieeffekte), wenn sie gemeinsam in vernünftiger Dosierung aufgenommen werden.1 Besonders wichtig sind dabei Antioxidantien. Sie neutralisieren freie Radikale, bevor diese Schäden im Körper verursachen. Es wurde nachgewiesen, dass oxidativer Stress – also eine vermehrte Bildung freier Radikale – erheblich zur Entstehung von Gicht und Gelenkverschleiß beiträgt. Ein Mangel an Antioxidantien kann während Entzündungsschüben die Gelenk- und Knorpelschädigung verstärken und das Abklingen eines Gichtanfalls verzögern.

Eine gute Mikronährstoffmischung enthält zudem entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren sowie pflanzliche Extrakte mit nachgewiesener positiver Wirkung auf den Gelenkstoffwechsel.

Warum natürlich?

Die Qualität eines Mikronährstoffprodukts hängt maßgeblich von seiner natürlichen Zusammensetzung ab. Besonders wertvoll sind dabei sekundäre Pflanzenstoffe. Diese Stoffe, die nur in natürlichen Produkten enthalten sind, unterstützen zahlreiche körpereigene Prozesse. Eine amerikanische Studie zeigte beispielsweise, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse in Kombination mit sekundären Pflanzenstoffen bis zu 200-mal stärker gegen freie Radikale wirken als isolierte Vitamine.5

Zusätzlich wurde nachgewiesen, dass grüner Tee entzündungshemmende Eigenschaften besitzt und den Knorpelabbau in Gelenken verlangsamen kann.6 Ähnliche Effekte wurden für Traubenextrakte und spezielle Pflanzenstoffe aus Sauerkirschen nachgewiesen, die gezielt gegen Gicht eingesetzt werden können.

Schritt 3: Lebensstil

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine große Bedeutung im Kampf gegen zu hohe Harnsäurewerte zu. Der Sport bzw. die Bewegungstherapie sind hier in der Vorbeugung eines Gichtanfalles von enormer Bedeutung, da regelmäßiger Sport unter anderem die Entgiftungs- und Ausscheidungsprozesse anregt. Obendrein hat die Bewegung zahlreiche weitere positive Effekte auf Ihre Gesundheit wie Stressabbau und Gewichtsreduktion.

Es eignen sich Ausdauersportarten wie Walken, Schwimmen, Radfahren und Aquajogging. Setzen Sie sich mindestens 20 bis 30 Minuten zusätzliche Bewegung an drei bis vier Tagen pro Woche zum Ziel.

Sport beugt zu hohen Harnsäurewerten vor durch Förderung der Insulinsensitivität

Insulin ist erforderlich, um Kohlenhydrate in die Zelle zur Weiterverarbeitung aufnehmen zu können. Bei Übergewicht und Zuckerkrankheit könne die Zellen des Körpers nicht mehr richtig auf das Insulin reagieren (Insulinresistenz). Als Folge steigt der Blutzuckerspiegel an, wodurch die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren gehemmt wird. Zudem wird die überschüssige Glucose in Speicherfette (z. B. Triglyceride) umgewandelt, was ebenfalls die Harnsäureausscheidung hemmt.

Durch langsames Muskelaufbautraining, moderaten Sport, Gewichtsabbau und die Reduzierung von Kohlenhydraten in der Ernährung wird der Blutzuckerspiegel gesenkt und die Harnsäureausscheidung gesteigert.

Außerdem wird Fett verbraucht, anstatt in Form von Triglyceriden und anderen Erscheinungsformen des Fettstoffwechsels gespeichert zu werden. Die sinkenden Blutfettwerte tragen ebenso dazu bei, dass die Nieren vermehrt Harnsäure ausscheiden können.

Um diese guten Effekte zu erreichen benötigen Sie allerdings die zusätzliche Mikronährstoffzufuhr aus Schritt zwei, da mehr Bewegung auch einen höheren Bedarf an Schutzstoffen nach sich zieht.

Schritt 4: Entsäuerung

Im vierten Schritt werfen noch einen Blick in das Schatzkästchen der Naturheilkunde. Mehrfach ist ja schon das Stichwort „Übersäuerung“ gefallen. Dazu muss man wissen, dass unser Körper versucht, das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen in sehr engen Grenzen zu halten. Dafür hat die Natur mehrere ausgeklügelter Puffersysteme entwickelt, die vor allem die schädlichen überschüssigen Säuren neutralisieren sollen.

Solch ein Säureüberschuss entsteht vor allem durch die heute übliche Ernährung, durch Stress und Giftstoffe. Wie in vorherigen Kapiteln schon erwähnt, ist die Übersäuerung des Gewebes für Entzündungen und eine erhöhte Schmerzwahrnehmung verantwortlich8 und die überschüssigen Säuren stehen bei der Ausscheidung mit der Harnsäure in Konkurrenz. Regelmäßige aktive Entsäuerung wirkt dem entgegen.

Neben der Ernährung spielen Bewegung und Stressabbau eine wichtige Rolle. In diesem Buch* von einem der führenden Forscher zum Säure-Basen-Gleichgewicht finden Sie alles Wichtige dazu zusammengefasst.

Zusätzlich empfehle ich folgende entsäuernde Maßnahmen:

entweder die Einnahme eines Basenpulvers, von Basentabletten oder eines Basentees. Hier zwei Vorschläge, die ich schon lange gerne auch selbst nehme:

Ein Bio-Basentee, der die Entsäuerung „zwischendurch“ unterstützt* und handliche Basentabs*, die ich zur Einnahme vor dem Schlafengehen empfehle.

Dazu gibt es noch eine sehr angenehme Art der Entsäuerung: das Basenbad. Die Entsäuerung über die Haut funktioniert hervorragend, es dauert allerdings ein wenig, bis sie in Gang kommt. Deshalb sollte so ein Basenbad mindestens 40 Minuten dauern, besser eine ganze Stunde. Hier ein sehr gutes Produkt dafür*.

Mein besonderer Tipp:

Zum Schluss habe ich noch einen ganz besonderen Tipp für Sie, wie Sie Ihre Harnsäurewerte auf natürliche und schmackhaft Art senken können: Grüner Hafertee*. Die Wirkstoffe des ungereiften Haferkrauts regen die Ausscheidung der Harnsäure deutlich an. Zudem lösen sie Stoffwechselablagerungen aus dem Gewebe, wirken entwässernd und entgiftend und fördern einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt. Grüner Hafertee war eine der Standard-Therapien bei erhöhten Harnsäurewerten in der naturheilkundlichen Klinik, in der ich einige Zeit gearbeitet habe. Seine Wirkung auf die Laborwerte der Patienten war beeindruckend.